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Der Hexentanz Ultra – 110 km zu Fuß

Der Hexentanz Ultra – 110 km zu Fuß

Jens Stör im Interview…

1. Hallo Jens, Heute schon gelaufen..:)?

Nein, aber schon 25 km mit dem MTB zur Arbeit gefahren. Ich versuche vier Mal in der Woche zu laufen. Dabei komme ich auf 50 bis 100 Wochenkilometer, je nach Trainingsphase.

2. Wie lange hast du dich auf deinen Supermarathon den Hexentanz vorbereitet?

Ich laufe jetzt seit ca. 15 Jahren aktiv. Damit kann man schon von einer gewissen Lauferfahrung sprechen. Da mir in meinem Alter (dieses Jahr 50. Geburtstag) die schnellen Einheiten mit den harten Intervallen keinen Spaß mehr gemacht haben, und ich meine Marathon-Bestzeit von 03:31 wahrscheinlich in diesem Leben auch nicht mehr verbessern kann, bin ich auf die Ultras umgestiegen. Speziell auf den Hexenritt-Ultra habe ich mich 18 Wochen vorbereitet.

3. Verwendest du dabei einen bestimmten Trainingsplan oder trainierst du eher nach Tageslust?

Ja, ich versuche nach dem Jahrestrainingsplan aus dem Buch „Das große Buch vom Ultra Marathon“ von Hubert Beck zu trainieren. Ein klasse Buch mit sehr guten Trainingsplänen und vielen Anregungen und Hinweisen.

4. Längste Trainingseinheit?

50 km . Wobei es zwischendurch Wochenenden gibt, an denen z.B. Freitag 30km, Samstag 50km und Sonntag dann noch mal 20-30km auf dem Plan stehen. Da weiß man Sonntag zum „Tatort“ auch was man gemacht hat.

5. Wieviel Kilometer und Welche Zeit bis ins Ziel?

Den Hexentanz Ultra mit seinen 110 km mit 2400 Hm habe ich in 17:47 h absolviert. Hört sich recht unspektakulär und sehr langsam an. Damit habe ich in der Gesamtwertung Platz 4 erreicht. Es handelt sich aber um einen Trail Lauf quer durch den Harz von Thale nach Osterode mit Wegen die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Geil aber sehr hart. Sicher nichts für den ersten Ultra. Der Hexentanz Ultra ist aber nur eine Teilstrecke vom Hexenstieg Ultra (218 km bei 4.300 Hm). Die zweite Teilstrecke ist der Hexenritt Ultra mit 108 km und „nur“ 1.900 Hm. Diesen mache ich 2018. Den ganzen Hexenstieg dann eventuell (sehr wahrscheinlich) 2019. Veranstalter ist Micha Frenz von den „Meldeläufern“ (meldelaeufer.de)

6. Wie sah die Verpflegung während des Laufens aus?

Die Verpflegungsstellen sind natürlich nicht ganz so dicht gesät wie bei einer Marathonveranstaltung. Aller 20 – 25 km gibt es was zu essen und trinken. Dort sieht die Auswahl aber auch etwas anders aus. So gibt es Nudeln, Salzstangen, belegte Brötchen, Schokolade…… Da ich seit zwei Jahren Vegetarier bin, setze ich zum großen Teil auf Selbstverpflegung. Datteln, Mandeln und Studentenfutter kommen bevorzugt zum Einsatz.

7. Gab es Tiefpunkte wo du dich richtig quälen musstest?

Die gibt es wohl bei jedem Rennen. Gerade in der Nacht könnte man alles in Frage stellen. Dann ist es gut, wenn man einen Laufpartner an seiner Seite hat, der im selben Tempo unterwegs ist. Eine „gemeinsame Nacht“ übersteht man dann viel besser. 

8. Was war das Highlight bei deinem Supermarathon?

Hexentanz_Ultra_2017

Die ganzen 110 km sind ein einziges Highlight. Es beginnt mit dem Start. Keine Hektik – wenn 7:00 Uhr Startzeit ist, aber es sind noch nicht alle Teilnehmer fertig,

Hexentanz_Ultra_2017

dann ist eben erst 7:10 Uhr Start. Das spielt bei 15 und mehr Stunden dann auch keine Rolle mehr. Dann unterwegs die Eindrücke von der Natur und Landschaft, Sonnenuntergang, eventuell noch den Sonnenaufgang…. Einfach unbezahlbar. Ein weiteres Phänomen ist die Zeit an sich. Man läuft und läuft, die Zeit vergeht, aber die Strecke nimmt nicht ab. Die Wege waren oftmals so schwierig zu belaufen, dass man gerade mal mit 3km/h unterwegs ist. Im Vorfeld geplante Zwischenzeiten habe ich nach den ersten 10 km verworfen. Auch hier kein Vergleich zu einem Marathon. Lars Heerdegen wollte mir mit dem MTB entgegen kommen und mich die letzten 20-30 km begleiten. Das hat dann aus zwei Gründen nicht funktioniert. Erstens waren die Trails größtenteils nicht befahrbar und zweitens konnten wir unsere Zeitabsprachen völlig vergessen. Die Bilder stammen übrigens von ihm. Sie zeigen aber nicht den wahren Charakter der Trails.

9. Und, noch einmal solch eine Distanz?

Auf jeden Fall. Da muss ich gar nicht lange überlegen. Für den Hexenritt-Ultra bin ich bereits gemeldet. Als zweiten 100er nehme ich wahrscheinlich dann im Oktober den Taubertal 100 unter die Füße. Das soll einer der schönsten Punkt zu Punkt Ultra Läufe sein. Er führt von Rothenburg o.T, entlang der Tauber, nach Wertheim. Ich freue mich jetzt schon!

10. Was ist das nächste Event in deinem (Lauf-)Kalender?

Dieses Jahr habe ich eigentlich genug gemacht. Neben dem Hexentanz Ultra bin ich zweimal die Marathondistanz gelaufen. 1. Kyffhäuser Berglauf und 2. Ahrathon in Ahrweiler. Übrigens ein sehr schöner Lauf bei dem es an den Verpflegungsstellen neben Wasser auch Wein aus der Region gibt. Dann bin ich mit dem MTB den 160 km langen Stone man im Erzgebirge gefahren. Und dann war da noch der 70,3 Iron man auf Rügen, den ich in einer Zeit von 5:39 finishen konnte. Diese Saison lassen ich mit einem Halbmarathon in Dresden ausklingen, den ich gemeinsam mit meiner Tochter, Juliane, laufen werde.

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