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Ironman European Championship Frankfurt a.M. 06.07.2014

Der längste Tag des Jahres begann mit einer sehr unruhigen Nacht, die nicht viel Erholsames bringen sollte. Ich hatte zwar schon ein wenig damit gerechnet, doch die Aufregung war schlimmer als vor einem unangenehmen Arztbesuch oder wichtigem Bewerbungsgespräch. Letztendlich war ich froh, um 04:15 Uhr endlich aufstehen zu dürfen und spulte robotermäßig mein Vorbereitungsprogramm ab. Dieses bestand daraus, die Rennklamotten anzuziehen, 2 Weißmehlbrötchen mit Marmelade zu vertilgen, die Wetterdaten zu analysieren (wolkig und mit Schauern am Nachmittag) und einem kurzen Blick in den Spiegel. Dieser sagte mir, dass ich zwar gut vorbereitet bin, aber noch nicht so richtig weiß, was der Tag wirklich bringen wird…

Bei meiner Ankunft in der Wechselzone am Langener Waldsee herrschte schon reges Treiben und ich prüfte noch einmal gewissenhaft mein Material sowie das Dixi-Klo.  Anschließend ging es zum Schwimmstart, der um 07:00 Uhr angesetzt war. Nach kurzem Einschwimmen erklang dann, die mir gut bekannte Millerntor-Einlauf-Melodie „Hells Bells“, welche auf den kurzbevorstehenden Start hindeutete. Ein Schelm, der Böses dabei denkt… Kurz danach war es endlich soweit und ich ging mit weiteren 2700 „Age-Groupern“ auf die 3,8 km lange Schwimmstrecke. Diese war nach 01:04:37 Stunden zügig geschafft und ich konnte trotz einiger Raufereien an den Bojen, ohne nennenswerte Blessuren den Radkurs in Angriff nehmen.Mathias auf dem Rad Ironman Frankfurt 2014

Dieser bestand aus zwei mäßig profilierten Runden und führte durch das schöne Umland von Frankfurt a.M. Die Highlights des Radfahrens waren eine verlorene Radflasche mit den darin enthaltenen Reserveschläuchen, ein vermeintlicher Platten, welcher sich als am Rad schleifendes Plastikklebeband herausstellte und natürlich der strahlende Sonneschein, der die Temperatur auf knappe 30 Grad Celsius ansteigen ließ. Dies bekam mir nicht ganz so gut, da ich aufgrund der Wetterprognosen den Sonnenschutz vernachlässigt hatte… Nach gut 40 von 180 km vergewisserte ich mich bei anderen Teilnehmern, ob unser Tempo in Ordnung sei, da mich bis dahin gefühlt 1000 andere Mitkonkurrenten überholt hatten.  Nach Kommentaren wie „ Die schießen sich schon auf der erste Runde ab“ und „am Ende wartet noch ein Marathon“  blieb ich meinem Tempo treu und fuhr nach 6 Stunden im Sattel kontrolliert der 2. Wechselzone entgegen.

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Hier wartete dann endlich mein gesammelter Fan-Club (Sonja, Peggy, Nicole, Sophia, Marvin, Frieder), was mir zum Anfang des Laufens einen positiven Schub gab. Übrigens waren Peggy und Nicole wirklich schon zum Schwimmstart an den Langener Waldsee gekommen (Respekt) und Frieder stand im vermeintlich ersten „Stimmungsnest“ des Radfahrens, welches sich später nur als Anstieg zu einer Autobahnbrücke herausstellen sollte – das  Stimmungsnest war ungefähr 3 Kilometer weiter entfernt gewesen (egal). J

Mathias beim Lauf

Der Marathon war in vier Laufrunden aufgeteilt, die am Mainufer entlang führten. Sehnsüchtig schaute ich auf alle die Teilnehmer, die schon zwei oder drei Runden absolviert hatten (pro Runde gibt es ein farbiges Gummiband ans Handgelenk). Aber ich erkannte auch einige „schnelle Radfahrer“ wieder, die nach kurzer Zeit in den Gehmodus, schlimmstenfalls in Sanizelt, wechselten. Dies sollte mir nicht passieren und ich ging deswegen auch das Laufen in einem erträglichen Tempo an. Zudem nahm ich wirklich jede Verpflegungsstation auf der Strecke mit, um entweder Nahrung und Flüssigkeit aufzunehmen oder mich mit Schwämmen und Eis abzukühlen. Nun merkte ich auch den Sonnebrand im Rückenbereich, der langsam immer schmerzhafter wurde. Leider war von der angesagten Bewölkung und den Schauern nicht wirklich etwas zu sehen, was neben mir, auch andere Teilnehmer bedauernd zur Kenntnis nahmen. Trotz alledem fand ich einen guten Rhythmus und stabilisierte meine Durchgangszeiten – einen wirklichen Einbruch erlebte ich zum Glück nie. Als ich endlich das vierte (pinke) Gummiband übergestreift bekam, überkam mich ein Gefühl der Glückseligkeit. Dieses konnte ich auf den letzen 1,5 km konservieren und erlebte anschließend einen atemberaubenden Zieleinlauf auf dem Römer. So eine enger, mit Zuschauern gesäumter Zielkanal sowie die gut besetzen Tribünen, rechtfertigte nun jede Trainingseinheit, die ich in den letzen 12 Monaten absolviert hatte. Im Ziel gab es dann eine riesige Medallie, für deren Transport eigentlich eine vierte Disziplin hätte ausgerufen werden müssen…

Anschließend ließ ich mich von meinem Fanclub feiern, aß jede Menge Wurstbrötchen und begutachtete meine Blessuren – wie es sich eben gehört für einen richtigen Ironman!

Gruppenfoto beim Ironman Frankfurt

Viele Grüße aus dem (vorübergehenden) sportlichen Ruhestand

Mathias

Comments

  1. Frank sagt:

    Matze, du Tier! Top Schwimm Zeit! Und, 6h Rad ist ja nun auch keine Spazierfahrt! Kette rechts!

    1. Marvin sagt:

      Aber nun wirds auch mal zeit für nen neuen Rennanzug…;)

  2. Mathias sagt:

    Neuer Rennanzug wäre toll – vielleicht ein 2Teiler mit nem SG Elbe Saale Schriftzug 😉

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